Geldgierige Marketeers entführen GNU und TUX!

11.07.07 - 19:17

In den letzten Wochen tauchen im Netz vermehrt Diskussionen um die Definition, die Nutzung und die Ausschlachtung des Begriffs Open Source auf. Denn nicht überall wo Open drauf steht, ist auch Open drin. Nicht alles im Open Source Bereich ist frei und gratis.

Aus meiner Sicht liegt es zunächst einmal nahe, dass Firmen und Personen für Ihre Arbeit fair entlohnt werden müssen. Gewinnorientierte Unternehmen, die Open-Source-Software entwickeln und zum Download bereit stellen, verlangen für Services, die in Zusammenhang mit der Software stehen, logischerweise Geld. Spendenmodelle sind zwar ehrenwert, gerade in der Startphase, aber wenig zuverlässig und planbar. Auch Pinguine brauchen Futter und vom Verschenken allein hat sich bisher wahrscheinlich kaum einer eine goldene Nase verdient... ;-)

Dass sich kapitalistischee Firmenbosse und Marketingverantworliche indess gerne wie Pinguine in Anzug, weißem Hemd und Binder zeigen, kann man ja noch hinnehmen. Wenn sie aber reihenweise einen plagiierten Tux vor Ihre Karren spannen, dann geht's zu weit!

Auf cio.de schildern die Analysten vom Gartner Institut einen aktuellen Glaubenskampf unter Software Anbietern. Demnach zanken sich die Parteien um die "Wahrheit": die "wahre" Bedeutung, den "wahren" Zweck und den "wahren" Spirit von Open Source. Immer mehr Anbieter wollen dabei die Bedeutung von Open Source verändern, sagt Gartner-Analyst Brian Prentice.

Offensichtlich treten vermehrt Firmen in Erscheinung, deren Marketeers neue Software unter dem Claim Open Source, aber in Verbindung mit dobiosen unbekannten Lizenzen anbieten. Das Wort Open Source wird inzwischen inflationär und oft auch falsch verwendet. Wer den Griff ins Klo vermeiden möchte, sollte sich vor dem Download einer gefundenen Open-Source-Software dringend nach Lizenz und deren Seriösität erkundigen. Wenn die gefundenen Software nicht gerade unter der GPL, BSD-Lizenz, Mozilla Public License oder Apache Lizenz verfügbar ist, lohnt sich der Blick unter die Haube.

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