Code-Generierung, offenes Feuer und die Zukunft des Internet
Ein DEV-Camp? Was soll das sein?
Als DEV-Camp bezeichnen wir bei yeebase ein paar gemeinsame Tage fernab vom Alltags-Stress, die Platz bieten, endlich mal eine Meta-Ebene über unseren vollgestopften Geschäftsalltag zu platzieren: Ideen aufwerfen, Lösungen durchdenken, gemeinsam kochen, neue Produkte entwickeln und nicht zuletzt Spaß haben.
Obwohl ich eigentlich der Ansicht bin, dass sich ein gutes DEV-Camp vor allem durch eine ausgeglichene Zusammenstellung der Faktoren Ort, Planung und Motivation auszeichnet, muss ich zugeben, dass wir diesmal vor allem eines waren: extrem motiviert.
Wir haben nächtelang "durchgecodet", den Aufbau unserer neuen Produkte besprochen, leckeren Wein getrunken, zweimal gekocht und es gab sogar eine Formel1-Fussball-Diskussion am Sonntag Nachmittag (mal wieder die Jungs aus der Marketing-Abteilung ;).
Wenn ich morgen früh zu einer unverbindlichen Psychoanalyse gehen müsste und ich gefragt werden würde, wie mein Alltag letzte Woche aussah würde mir außer Quelltext und Feuerholz holen nicht viel einfallen. Viele Menschen sind mir nicht begegnet - war ja auch nicht so viel Zeit bei all dem Code.
Ahh. Stimmt nicht ganz. Ich war einmal morgens beim Bäcker und da stand eine Frau hinter dem Tresen. Ansonsten standen Themen wie mm-Relationen, Zend Framework, ExtJS, MVC, Tagging, Objekt-Persistenz, Google-Maps und JSON-Services auf dem Plan. Wir haben unser nächstes Produkt durchgeplant und jede Menge implementiert.
Ich gebe zu, dass man ziemlich verrückt sein muss, wenn man nachts um 3:00, nach 20 Stunden ohne Schlaf, noch schnell auf die Idee kommt eine Fallunterscheidungs-Logik für Singular-Plural inkl. Parametrisierung in die Translation-Klasse des Zend-Frameworks einzubauen. Auf der anderen Seite lief das Ding um 04:00. Ich muss zugeben, dass meine 30min-Wette mit Andreas, unserem externen Programmier meinerseits nicht eingehalten werden konnte -> er lacht sich wahrscheinlich immer noch darüber schlapp.
Neben Programmieren gibt es aber noch zahlreiche weitere Faktoren, die ein DEV-Camp ausmachen. Wir haben etwas über Outsourcing gelernt, als der Heizungsinstallateur ein Teil in der Gasheizung reparieren wollte und danach nur noch der Kachelofen, als Wärmequelle zur Verfügung stand, wir sind einer gemeinsamen Produktdefinition näher gekommen, haben etwas über Werte erfahren, wie sich Luft in einem Ofen ausbreitet und dass schwarzer Tee eine exzellente Alternative zu erhöhtem Kaffe-Konsum darstellt.
Während eines DEV-Camps gibt es keine Abhängigkeiten, keine Limits. Man kann einfach mal über alles nachdenken, dass Rad neu erfinden. In meinem persönlichen Fall bedeutet dass, dass ich in Zukunft keinen Code mehr schreiben möchte. Ich werde einfach alles generieren. Warum auch nicht? Wer hat schon Bock auf Objektorientierung. Kann man doch generieren. Internet? Einfach generieren. Alles nur eine Frage der Sichtweise...
Sie fragen sich am Ende dieses Blogeintrags jetzt sicher, ob es auch etwas gibt, das auf einem DEV-Camp zu kurz kommt. Ja: Schlafen. N8! :)
Offizielle Teilnehmer des 3. yeebase-DEV-Camps:
Jan Christe, Martin Herr, Andreas Jonderko, Andreas Lenz, Nils Wipke




@Nils: Frostbeule!
Ich gebe zu, ohne das Notebook würde es ein bisschen aussehen wie Seniorenheim, kurz vorm Kaffee.
Aber Frostbeule hin oder her... Die Decke hat mir geholfen, die Füße-am-Kamin-aufwärmen-Intervalle zu vergrößern. :-)
Da fehlt jetzt eigentlich nur noch eins: Dass die freundlichen Gastwirte das nächste Mal ein etwas größeres Teilnehmerfeld zulassen...*schnüff* ;)
Sehr produktives WE! Durch die ausgefallene Heizung war die Atmosphäre einfach genial, Programmieren wie vor einem Lagerfeuer mit einem Laptop. Da fehlte nur noch die Wurst auf dem Stock in der anderen Hand:)
Das hört sich sehr interessant an. Ich hoffe Ihr macht das mal mit ein paar Externen? Ich kann mich da an ein paar nette Gespräche in Karlsruhe erinnern. Sollte ich das mit meinen Jungs von der d.k.d auch machen?
coole Sache.