Zehn Fragen an Matthias Stürmer - Organisator der OpenExpo
25.09.08 - 14:35
Das Interview wurde auf meinem Handy vorbereitet und die Antworten dann live mitgeschrieben:
- Matthias, wie ist dein Eindruck nach 1,5 Tagen OpenExpo?
Es macht einfach einen riesen Spaß das Ganze zu organisieren. Wir haben ein Budget von 100.000 Euro und organisieren damit die OpenExpo und den Hackontest.
Wenn ich ehrlich bin, ist mir ein bisschen zu wenig Publikum unterwegs. Ich habe das Gefühl, dass sich der Ort erst noch durchsetzen muss.
- Wie kommt man dazu eine OpenExpo zu veranstalten?
Es gab schon 2004 und 2005 einen Vorgänger-Event an der Uni Bern. 2006 haben wir dann unter dem Dach des Schweizer Linuxvereins /ch/open die erste OpenExpo veranstaltet.
- Wir sind von der guten Organisation der OpenExpo positiv überrascht. Wie viele Leute arbeiten mit dir an der Organisation und wie setzt sich dein Team zusammen?
Wir haben ein Kernteam, dass aus vier Leuten besteht und verschiedene Personen, die die Vortrags-Tracks betreuen.
Durch meine Stelle bei der ETH Zürich, habe ich ziemlich gute Möglichkeiten, mich zeitlich für die OpenExpo einzubringen.
- Wie schafft ihr es, dass man auf der OpenExpo weder Eintritt noch die Getränke bezahlen muss? Habt ihr viele Sponsoren?
Der Punkt ist einfach, wenn man vergleicht, was wir für Technik und Raum bezahlen, fällt das Catering kaum ins Gewicht. Insgesamt unterstützen uns sieben Hauptsponsoren.
Ticketpreise haben wir überlegt einzuführen, aber die Einführung eines Ticketingsystems würde zu extrem hohen Ticketpreisen führen, so dass wir uns dagegen entschieden haben.
- Wie kam es zu der etwas ungewöhnlichen Kombination aus proprietärer Business-Messe (topsoft) und Open Source Veranstaltung (OpenExpo)?
Die Organisatoren der topsoft finden Open Source ziemlich cool. Vor zwei Jahren haben wir einfach mal angefragt, ob sie sich vorstellen könnten einen Teil von der topsoft als Open-Source-Ecke zur Verfügung zu stellen.
Natürlich gibt es auch kritische Stimmen auf Seiten der kommerziell orientierten Aussteller der topsoft, die sich durch Open-Source-Lösungen gefährdet sehen. Insgesamt überwiegt aber der Eindruck, dass sich durch die Kombination von Open Source und kommerziellen Lösungen eine Win-Win-Situation einstellt, die am Ende für beide Seiten positiv zu werten ist.
- Was würdest du bei der nächsten OpenExpo anders machen?
Langfristig müssten wir es schaffen noch mehr Sachen out-zu-sourcen.
Die Community in der Schweiz ist einfach noch sehr klein. Da jemanden initial zu aktivieren, ist einfach eine schwierige Sache.
Insgesamt muss ich sagen, dass ich mit dem Event an sich sehr zufrieden bin. Solange wir es schaffen genug Sponsoren zu finden, wird sich am bewährten Konzept voraussichtlich nicht viel ändern.
- Wo und wann findet die nächste OpenExpo statt?
In Bern am 01. und 02. April 2009.
- Warum sollten deiner Meinung nach möglichst viele Leute Open-Source-Software einsetzen?
Ganz klar wegen der langfristigen Unabhängigkeit, die sie dadurch haben.
- Welches Betriebssystem, welches Laptop und welches Handy benutzt du?
Ich bin seit 3 Jahren mit Ubuntu unterwegs, habe ein Dell XPS und bin damit mittelmäßig zufrieden - der Laptop wird einfach zu heiß. Als Handy hab ich ein P1i. Aus ideologischen Gründen kommt ein iPhone für mich nicht in Frage.
- Was machst du, wenn du gerade nicht mit der Organisation eines Open-Source-Events beschäftigt bist?
Mit meinen Jungs spielen und Ihnen beibringen, dass Pinguine nicht immer nur Linux bedeuten.


Danke für Eure schnelle Berichterstattung! Sitze zwar auch vor Ort an unserem Firmenstand, aber dank Eurem Blog kriege ich mit, was sich sonst so rundum tut ;-)